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Fachkraft für Traumapädagogik - Weiterbildung in sieben Modulen

Inhalt

Neue Forschungen im Bereich der Psychotraumatologie haben in den letzten Jahren entscheidende Grundlagen geschaffen, Kinder und Jugendliche mit tiefgreifenden seelischen Verletzungen besser zu verstehen. Diese Kinder und Jugendlichen findet man in allen pädagogischen und psychosozialen Arbeitsfeldern. Ergänzt wurde dieses neue Verständnis durch Erkenntnisse aus der Hirnforschung. So konnten die gravierenden Auswirkungen des Traumaerlebens auf die Gesamtheit der kognitiven, körperlichen und psychosozialen Entwicklungsbereiche verdeutlicht werden.

Daraus entstanden innovative psychotherapeutische Konzepte. Daneben bildete sich in den letzten Jahren der Ansatz „Traumapädagogik“ als eigene Fachdisziplin heraus.

Die Folgeerscheinungen traumatischen Erlebens führen im pädagogischen Alltag der Jugendhilfe, genauso wie in Kindertageseinrichtungen und Schulen oder in der Beratungsarbeit zu großen Herausforderungen und Belastungen. Traumatische Übertragungen, hochunsichere Bindungsmodelle, Affektdurchbrüche etc. erschweren den Beziehungsaufbau, die Beziehungsgestaltung und das Zusammenleben. Schnell werden die Grenzen konventioneller pädagogischer Zugänge und Angebote erreicht. Deshalb brauchen Fachkräfte in diesen Bereichen eigene Interpretations- und Handlungsmodelle.

Die Weiterbildung zur „Fachkraft für Traumapädagogik“ soll PädagogInnen und psychosoziale Fachkräfte unterstützen, präsentierte Symptomatiken im Zusammenhang mit traumaspezifischen Folgeerscheinungen besser zu verstehen und angemessen darauf reagieren zu können.

Das Ziel traumapädagogischer Interventionen ist, den betroffenen Kindern und Jugendlichen „sichere Orte“ zu bieten. Dort können innere und äußere Ressourcen ausgebildet werden. Denn Ressourcen sind die zentrale Vorrausetzung für Stabilisierung und Weiterentwicklung.

Dementsprechend stehen psychische und soziale Stabilisierung im Zentrum der traumapädagogischen Arbeit. Es geht also nicht um die therapeutische Traumaverarbeitung wie Traumaexposition oder Traumakonfrontation. Die Traumapädagogik schafft, bzw. stärkt die Basis zur Überwindung traumabasierter Problematiken. Hierbei geht es darum, Ressourcen innerhalb der Selbstkonzepte der betroffenen Kinder und Jugendlichen zu entdecken, betonen und gegebenenfalls zu ergänzen. Weiterhin ist das Ziel, dysfunktionalen Handlungs- und Verhaltensmustern (Impulsivität, zerstörerisches Verhalten, übersteigerte Ängste etc.) effektiver begegnen zu können.

Zielgruppe der Fortbildung sind pädagogische Fachkräfte (stationäre und ambulanten Jugendhilfe, Pflegefamilien, sozialpädagogische Lebensgemeinschaften), Fach- und Lehrkräfte der Kindertagesbetreuung oder auch Beratungskräfte (Erziehungs- und Familienberatung sowie Fachberater) und Supervisoren in pädagogischen und psychosozialen Arbeitsfeldern.

Übersicht der Ausbildungsmodule-

1. Modul - Die biografische Wunde - Trauma verstehen

  • Was ist ein Trauma?
  • Neurobiologische und entwicklungspsychologische Aspekte von Traumatisierung
  • Der „traumasensible Blick“: traumabasierte Symptome und Verhaltensweisen erkennen
  • Erst verstehen - dann handeln: Verstehensorientierung als Ausgangslage für traumapädagogische Interventionen
  • Psychoedukation
  • Grundsätze traumapädagogischen Handelns

2. Modul - Die Fachkraft als „sicherer Hafen“: bindungsorientierte Ansätze in der Traumapädagogik

  • Entwicklungspsychologische Aspekte der Bindungsentwicklung
  • Kompensatorische sichere Bindung
  • Feinfühligkeit als Handlungsansatz
  • Traumabasierte Ausdrucksformen in der Interaktion erkennen und angemessen beantworten

3. Modul - „Der sichere Ort“ - pädagogische Naturschutzgebiete für die Seele (Gastreferentin: Christa Kursch-Anbuhl)

  • Leitlinie: Stress raus!
  • Transparenz und Durchschaubarkeit in Struktur , Handlung und Kommunikation
  • Individualisierte statt institutionalisierte Regeln
  • Die Gruppe als heilsame Kraft - ressourcenorientiertes Gruppengespräch

4. Modul - Das multidimensionale Selbst - Egostate-Ansätze im pädagogischen Alltag

  • Das „innere Team“ der pädagogischen Fachkraft
  • „States“ verstehen und angemessen beantworten
  • traumabasierte States (Täterintrojekte, innere Kinder etc.)
  • Psychoedukation mit dem Egostatemodell

5. Modul - Einsatz im „Erdbebengebiet“

  • Beben vermeiden: Stärken stärken und präventive Maßnahmen zur Stressregulation (Triggeranalyse, Skills….)
  • Einsatz in „akut Situationen“: De-eskalation, Co-Regulationsangebote, Re-Orientierung

6. Modul - Selbstfürsorge und Stressmanagement

  • Schutzfaktoren
  • Selbstfürsorgliches Handeln
  • Strategien zur Stressregulation
  • Ressourcenstärkende Teamarbeit

7. Modul

  • Offene Fragen und Themen
  • kollegiale Fallreflektionen
  • Reflektion der Weiterbildung

Abschluss Teilnahmebescheinigung nach Teilnahme an allen Seminaren (Bis zu 10% Fehlzeit)

Zertifikat: Fachkraft für Traumapädagogik, nach Teilnahme an allen Seminaren und Abgabe einer (ausreichenden) Abschlussarbeit

Termine

Für dieses Angebot ist momentan eine Zeit bzw. Ort bekannt:

ZeitenDauerArtPreisOrtBemerkungen
17.01.18 - 29.11.18 09:00 - 17:00 Uhr 10 Monate (140 Std.) Ganztägig
Mi. und Do.
max. 18 Teiln.
1900 € Schütterberg 19
25524 Itzehoe

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